Erziehungsberatung- Erste Hilfe

Liebe Eltern,

 

Wie versprochen, gibt es heute die Fortsetzung zum Thema Stressreduktion, da ich von vielen von Ihnen mitbekomme, dass das im Augenblick- logischer Weise - für viele ein großes Thema ist. Es gibt so vieles gleichzeitig zu bewältigen, innerlich wie äußerlich, dass Stress oft unvermeidlich ist. Heute möchte ich Ihnen eine Methode aus der energetischen Psychologie vorstellen, mit der ich sehr viel arbeite. Sie nennt sich ROMPC(R), ist leicht zu erlernen und gut bei sich selber anzuwenden

 

Stressreduktion (nach Thomas Weil)

 

1. Bringen Sie das, was Sie stresst auf einen Begriff (zum Beispiel: Mein Stress mit den Schulaufgaben meiner Kinder, Meine Wut auf...Meine Trauer über…. Meine Angst vor…etc.)

 

 

2. Schätzen Sie das Unbehagen, den dieser Begriff auslöst auf der subjektiven Belastungsskala.

 

Eins bedeutet wenig Stress, 10 bedeutet extremer Stress.

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

 

3. Trinken Sie ein Glas Wasser

 

4. Reiben Sie die sog. Neurolyphatische Reflexzone

 

(auf der linken Körperseite über dem Herzen - siehe Bild) im Uhrzeigersinn  nach außen und sprechen Sie folgenden Satz: „Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch mit diesem Stress XY (setzen Sie hier Ihr Thema von 1. ein)

 

 

5. Jetzt entkoppeln Sie den Stress mit einer passenden Entkopplungstechnik. 

 

Als erstes nehmen wir die einfachste Variante,

 

nämlich Klopfen auf die Thymusdrüse. Diese sitzt unter dem Brustbein. Sie können mit den fünf Fingern , der Faust oder auch der

 

flachen Hand klopfen. Prüfen Sie, was sich für Sie am angenehmsten anfühlt.

 

 

Variieren Sie auch mit der Stärke und dem Rhythmus, bis sich das Ganze angenehm für Sie anfühlt. Machen Sie das so lange, bis sie eine spürbare Veränderung wahrnehmen können.

 

                                                                        

 6. Nehmen Sie einige tiefe Atemzüge.

 Dann schätzen Sie Ihr Unbehagen erneut ein,

 

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

 Bei <=3 können Sie die Behandlung beenden. Ist der Stress noch größer als drei:

 

 7. Brainbalancing vornehmen

 (z. b. Augen von links nach rechts und umgekehrt wandern lassen, ohne den Kopf zu bewegen, schnipsen Sie dann mit der rechten Hand  vor dem linken Ohr und mit der linken vor dem rechten. Schließlich klopfen Sie einige Male im Wechsel auf die linke Schulter und  auf die rechte Schulter)

8. Klopfen Sie wieder auf die Thymusdrüse

 

9. Falls erforderlich können Sie das Ganze so lange wiederholen, bis der subjektive Wert auf drei oder weniger gesunken isoder  sich  mindestens um drei Punkte reduziert hat.

 

 

Diese Anleitung können Sie gerne auch als PDF anfordern unter Kontakt.

 

Weitere Infos finden Sie unter:

https://www.rompc.info/index.html

 

 

Liebe Eltern,

 

heute möchte ich Ihnen etwas zum Thema "Entspannung" schreiben. Kurioser Weise ist es ja so, dass je mehr Stress wir haben, wir uns um so weniger Zeit für dieses Thema nehmen. Weil wir keine Zeit haben, uns in dem ganzen Trubel auch noch zu Entspannen. Oder wir nehmen uns vor, jede Woche eine Stunde Yoga oder Muskelrelaxion zu machen und ärgern uns dann, wenn wir es nicht hinbekommen. Das führt dazu, dass die Stressspirale immer weiter steigt. Manchesmal ist es hilfreicher, ganz kleine Dinge zu etablieren, die oft mehr Wirkung haben können, als sich Große vorzunehmen, die man nicht umsetzen kann, weil man ohnehin kaum Zeit hat.

(Bild von Pikablum auf Pixabay)

 

Im Stress halten wir zum Beispiel oft unbewusst die Luft an. Und jetzt, wo keiner Viren einatmen möchte, verstärkt sich dieser Mechanismus noch. Eigentlich ist das eine gute Einrichtung unserer biologischen Grundausstattung. Wer die Luft anhält kann erstmal kurzfristig nicht ertrinken und keine Gifte einatmen. Dieser Überlebensmechanismus funktioniert aber logischer Weise nur für ganz kurze Zeit. Dann müssen wir notgedrungen wieder Luft holen. Aber unser limbisches System, von dem ich weiter unten ja schon geschrieben hatte, bekommt jedes Mal, wenn wir die Luft anhalten die Botschaft: Achtung Gefahr! Und reagiert mit der Ausschüttung von Stresshormonen. Deshalb kann ein kleiner Beitrag zur Entspannung schon darin bestehen, dass wir ganz bewusst tief und entspannt atmen. Genauso verhält es sich mit dem Wasserhaushalt. Ein einfacher Muskeltest kann schon zeigen, dass wir gestresster reagieren, wenn unser Wasserhaushalt zu niedig ist. Atmen und Wasser trinken zeigt also unserem System:

Die Grundversorgung ist erst einmal gesichert, wir sind nicht in aktuter Lebensgefahr. Das beruhigt die Amydala und senkt die Ausschüttung von Stresshormonen. Das geht überall und zu jeder Zeit nebenher und benötigt keine zusätzliche Zeit, sondern lediglich ein Bewusstsein für den eigenen Atem.

Nächste Woche vertiefen wir dieses Thema für alle, die noch mehr für ihre Entspannung tun möchten. Wer sich schon vorab  vertiefen möchte, kann gute Ideen bei "Zeit zu leben" finden.

https://zeitzuleben.de/sofortmassnahmen-gegen-angst-anspannung-nervositaet/?sgm=nl17#weiter

 

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche und den ein oder anderen Entspannungsmoment.

 

Liebe Eltern,

heute habe ich einen  Buchtipp für Sie für etwas ältere Kinder zur Aufklärung über Corona.

Für ältere Kinder bietet der Beltz-Verlag einen kostenlosen Buchdownload unter:

https://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/produkt_produktdetails/44094-coronavirus.html

Weiter unten finden Sie ein Bilderbuch für kleine Kinder.

Liebe Eltern,

 

diese Woche gibt es etwas zum Thema: "Grenzen setzen im Erziehungsalltag". Gerade jetzt, wo es sehr viel mehr zeitliche und räumliche Nähe zwischen Eltern und Kindern gibt, ist dies ein wichtiges Thema. Dazu möchte ich Ihnen ein Buch des Familientherapeuten Jesper Juul vorstellen. Der Titel heißt: "Nein aus Liebe".

Unten habe ich Ihnen drei Links angefügt, zu Buchhandlungen in der Region, bei denen Sie das Buch bestellen können.

Jesper Juul hat den großartigen Satz geprägt: "Kinder brauchen keine Grenzen, sondern Beziehungen zu Erwachsenen, die Grenzen haben." Dieser Perspektivwechsel kann schon sehr hilfreich sein, wenn es um das Grenzen setzen in der Familie geht.

Oft werden Grenzen gesetzt, weil Eltern denken, sie müssen diese oder jene Grenze setzen oder Forderungen stellen, hinter denen sie nicht wirklich stehen. Kinder spüren dies aber sofort und reagieren entsprechend mit endlosen Diskussionen.

In meiner Beratungspraxis stelle ich Eltern, die Schwierigkeiten mit Grenzen in der Familie haben, seit dreißig Jahren immer folgende Frage:

"Wie klappt es beim Anschnallen im Auto?"  90% aller Eltern antworten mir dann, dass es da seltsamer Weise nie ein Problem gibt. Wenn ich frage, wie sich die Eltern dieses Phänomen erklären, antworten alle, dass es da für sie keine Diskussion gäbe.

Diese Klarheit spüren die Kinder und weil auch Kinder ihre Energien schonen, sparen sie sich die Diskussion an dieser Stelle.

Jesper Juul schreibt dazu: "Die Kunst des Nein-Sagens muss von innen kommen, persönlich sein und Eindruck machen. Letzlich können wir nur dann aus vollem Herzen Ja zu uns und zueinander sagen, wenn wir auch zu einem authentischen Nein in der Lage sind." (Juul 2012, S.20). Und später schreibt er: "Wenn wir nicht die Möglichkeit haben, Nein zu sagen (...), bleiben uns nur drei gleichermaßen unbefriedigende Möglichkeiten: das lauwarme Ja, die Lüge oder die Resignation (ebd. S.82)

Jesper Juul beleuchtet in diesem Buch alle Phasen der kindlichen Entwicklung vom Kleinkind bis zur Pubertät, so dass das Buch für alle Eltern ein wertvoller und hilfreicher Ratgeber sein kann. Kurzweilig zu lesen und mit vielen konkreten Beispielen bleibt Jesper Juul über den gesamten Verlauf dieser Lektüre alltagsnah, praktisch und konkret. Auch für Erzieher*innen und Lehrer*innen ist dieses Buch gut geeignet.

Zum Schluss noch einmal ein Zitat:

"Möglicherweise werden Ihre Kinder Ihnen vorwerfen, keine Ahnung zu haben, aber das ist nicht das Entscheidende. Entscheiden ist, dass sie gutes Gewissen in den Spiegel schauen können." (ebd. S.92)

 

Juul, Jesper, 2012, Nein aus Liebe, München

 

https://www.osiander.de/webdb/index.cfm?osiaction=details&id=LBDA20088015&source=UWK

 

https://buch-jung.buchkatalog.de/product/4099276460845221794/Buecher_Sachbuecher/Jesper-Juul/Nein-aus-Liebe

 

https://echazbuchhandlung.de/

 

(Bild von Hans Benn auf Pixabay)

 

 

 

Liebe Eltern,

im Augenblick leisten Sie als Eltern Unglaubliches. Sie sind Eltern, Homeoffice-Arbeiterinnen und -arbeiter und gleichzeitig noch in der Rolle von Lehrerinnen und Lehrern.

Überdies zum Teil mit Aufgaben aus der Schule, die oft nicht eindeutig oder kompliziert formuliert sind.

 

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen, damit Sie gut durch die Zeit kommen, in denen die Kinder zuhause sind. Auf engem Raum, ohne gewohnte Sozialkontakte, können mehr Konflikte entstehen als üblich. Deshalb mein erster Rat an Sie:

Loben Sie sich zwei mal täglich für das, was Sie gerade leisten. Am besten einmal morgens bevor der Alltag losgeht und einmal abends, wenn der Tag überstanden ist.

Mein zweiter Rat lautet:

Machen Sie bei allen Konflikten, die durch diese neue Situation entstehen, den Test, der gerade für alles in unserer Gesellschaft gilt:

Fragen Sie sich: "Ist dieser Konflikt "systemrelevant"?"

 

Das heißt, falls der entstandende Konflikt wirklich wichtig und dringlich für das gelingende Miteinander ist, stehen Sie ihn durch. In allen anderen Fällen, seien Sie großzügig. Bei vielen von uns sind die Nerven gerade ungewohnt angespannt und wir reagieren schneller und manchmal auch ungeduldiger auf Provokationen. Im Stress neigen wir dazu, auf sehr alte und nicht immer sinnvolle Muster zurückzugreifen. Das ist menschlich und ganz normal. Andreas Krüger beschreibt im seinem "Powerbook" diesen Zustand als "Echsenmodus". http://elbekruegerverlag.de/produkt/powerbook-l/

Das bedeutet, wir verhalten uns im Stress eher so, als ginge es ums Überleben und weniger um das aktuelle Problem. Unser Großhirn, das für gute Lösungen zuständig ist, ist nur eingeschränkt in der Lage, gute Ideen zu produzieren.  Dies zu wissen kann helfen. Denn erste Hilfe in diesen Momenten kann bedeuten, erstmal durchzuatmen und sich zu beruhigen. Dabei kann auch ein kurzer räumlicher und zeitlicher Abstand helfen. Wenn die Echse sich beruhigt hat, können wir wieder kreativ werden und kluge Lösungen finden. Und natürlich ist der Echsenmodus auch bei Kindern und Jugendlichen im Augenblick schneller eingeschaltet als normalerweise. Diese Situation gerade fordert uns zu großer Toleranz auf. Jede und jeder von uns reagiert anders. Manche mit Angst, manche mit Aggressionen, manche mit Trauer, Rückzug oder übergroßer Aktivität (wir werden im Sommer die gepflegtesten Gärten und die säubersten Häuser haben ;). Versuchen Sie zu akzeptieren, dass jedeR einen Weg finden muss, diese Situation auf seine Weise zu bewältigen.

Nächste Woche, werde ich Ihnen ein Konzept zur Resillienz vorstellen, das diese Thesen noch mal auf andere Weise erklärt.

Kommen Sie gut und gesund durch die Woche

Herzliche Grüße Petra Franz

 

 

Resilienz: Was hilft uns durch die Krise?

 

Resilienz ist ein Begriff, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Er bedeutet „Widerstandsfähigkeit“. Je resilienter ein Mensch ist, desto besser ist er in der Lage, auch schwierige Situationen zu meistern.

 Ein wichtiger Faktor hierfür ist,  dass Menschen stabile und verlässliche Beziehungen haben. Außerdem ist die sog. Selbstwirksamkeitserwartung ein wichtiger Baustein. Das bedeutet, traue ich mir zu, dass meine Handlungen eine Wirkung zeigen. Kleine Kinder üben das, ohne dass wir es Ihnen beibringen müssen. Sie lieben es zum Beispiel, das Licht aus und ein zu schalten um zu erleben, dass sie bewirken können, dass es hell und dunkel wird. Solche Erfahrungen der Selbstwirksamkeit zu fördern und Gelegenheiten dazu bereit zu stellen, ist ein wichtiger Baustein elterlicher Erziehung.

Erziehung zur Resilienz ist aber noch sehr viel mehr und umfassender, als ich es hier darstellen kann.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Thema:

 https://workandfamily.de/resilienz-bei-kindern-foerdern

 

 Menschen wenden in Krisen sog. Coping-Strategien (also Bewältigungsstrategien)an.

 Hier unterscheidet man folgende Strategien:

 

·         Problemlösende (zum Beispiel in der jetzigen Situation: die Aufgaben zeitnah erledigen, Alternativen zu den sonstigen  

       Freizeitbeschäftigungen aufbauen)

·         Konstruktiv-emotionale (zum Beispiel: Weinen, angemessene Angst, Trauer)

·         Destruktiv-emotionale (zum Beispiel: heftige Aggressionen, Zerstörung von Sachen, vollkommene Verweigerung, Panik)

·         Problemausweichende (zum Beispiel: Verdrängen der Gefahr, Rückzug)

 

Zu einer Krise kommt es erst dann, wenn keiner dieser Bewältigungsversuche erfolgreich ist. D. h. auch die zunächst weniger „attraktiv“ erscheinenden wie die destruktiv-emotionale oder die problemausweichende können helfen, eine Krise zu meistern.

 

Diese Erkenntnis kann helfen, Kindern, die auf diese Weise reagieren,  wieder in problemlösende oder konstruktiv-emotionale Verhaltensweisen zu leiten, ohne dass ihre als zunächst problematisch erlebten Strategien verurteilt werden. Die Situation ist umfassend schwierig für uns alle und deshalb werden wir auch immer wieder schwierig reagieren. Dies gilt gleichermaßen für Kinder, wie für Erwachsene.

 

Wie in allen Fragen der Erziehung spielt das Vorbild der Eltern auch beim Thema Resilienz eine große Rolle.

Experten gehen davon aus, dass Kinder ungefähr 80% ihres Verhaltens durch das Vorbild lernen und nur ungefähr 20% durch geplantes Erziehungsverhalten.

 

Deshalb kann es sehr hilfreich sein, die eigenen Copingstrategien, die Sie im Augenblick anwenden, zu reflektieren und mit Ihren Kindern zu  besprechen, wie gute Lösungen in einer schwierigen Zeit aussehen können.

 

Kommen Sie gut durch die Woche. Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ferien auch ohne Urlaubsreisen gut zur Erholung nutzen können.

 

 

Hier noch ein Tipp von einer Leserin für Eltern mit kleinen Kindern:

Es gibt ein kostenfreies Kinderbuch, mit dem man kleinen Kindern (vor allem Kindergartenalter) die augenblickliche Situation erklären und mit ihnen darüber ins Gespräch kommen kann:

 

 


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